Warum ist Upcycling von Kleidung wichtig für die Umwelt?

Warum ist Upcycling von Kleidung wichtig für die Umwelt?

Wie kann ich meine Klamotten nachhaltiger machen?

Trends wie Fast Fashion und ständig wechselnde Modekollektionen haben die Produktion von Kleidungsstücken in den letzten Jahrzehnten angekurbelt. Durch Outsourcing der Produktion wurde es möglich, günstigere Fashion anzubieten. Dies hat dazu geführt, dass Mode auch für wenig Geld zu haben ist, jedoch werden günstigere Kleidungstücke oft mit Materialien, die einen niedrigeren Qualitätsanspruch haben, angefertigt. Diese werden dann oft schneller kaputt und landen im Müll. Somit sind sie alles andere als nachhaltig – egal ob sie aus Synthetik- oder Naturfasern bestehen.

Was haben Textilabfälle und Plastikmüll miteinander zu tun?

Heutzutage enthalten bereits etwa 60 Prozent der Kleidung Polyester, also Plastik. Dieses Garn ist äußerst kostengünstig und dient daher den Fast-Fashion-Konzernen als Treiber.1 So können laufend neue Kollektionen herausgebracht werden und Kleidung zu Billigstpreisen verkauft werden. Bei einem Blick auf die Etiketten im eigenen Kleiderschrank können die meisten Menschen möglicherweise feststellen, dass viele oder vielleicht sogar die meisten Kleidungsstücke Kunststofffasern enthalten.

Was passiert mit Plastikmüll in Form von Textilien? Leider landet viel von unserem Plastikmüll im Meer, nicht zuletzt, weil er – Textilabfälle und Altkleider inklusive – oft in Entwicklungsländer verfrachtet wird. Laut WWF gelangt ein großer Anteil der Plastikabfälle durch Flüsse in die Ozeane2. Grund dafür ist, dass viele Länder keine funktionierende Abfallwirtschaft haben, um Müll einzusammeln, zu sortieren und weiter zu verwerten.

 Plastik Müll auf einem Berg

Plastikabfälle und ihre Weiterverwendung sind schon lange ein wichtiges Thema. Während viele Haushaltsplastikabfälle recycelt werden können (mehr dazu kannst Du hier nachlesen, ist es nicht einfach, den Plastikmüll aus den Ozeanen einzusammeln und weiterzuverarbeiten. Doch damit noch nicht alles:

 Was hat Fast-Fashion Kleidung mit Mikroplastik im Meer zu tun?

Mikroplastik ist Plastik in seiner kleinsten Form. Mit einer maximalen Größe von 5 mm sind Mikroplastikteilchen mit dem freien Auge meist nicht erkennbar. Wenn man Klamotten aus oder mit synthetischen Fasern wäscht, wird Mikroplastik freigesetzt.3 Dies geschieht aufgrund des Abriebs, der beim Waschen durch Schleudern und Weichspüler stattfindet. Über den Abfluss gelangt es schließlich in unsere Flüsse und Meere, wo es von Meerestieren mit der Nahrung aufgenommen werden und diesen schaden kann.4

 Leider zersetzt sich Mikroplastik nicht, es bleibt im Umweltkreislauf wird lediglich kleiner, was es allerdings nicht weniger schädlich macht. Wer nachhaltiger leben möchte, sollte seine Kleidung zum einen weniger oft waschen, das spart Strom, verlängert die Lebensdauer der Kleidung und schont die Umwelt. Zum anderen sollte man sein Konsumverhalten für Fast-Fashion ändern, um nachhaltiger zu leben. Zum Glück gibt es umweltfreundliche, kostengünstige Alternativen, wie etwa das Upcycling von Kleidung.

Warum ist Upcycling gut für die Umwelt?

Um Textilabfälle zu verringern, kann man Klamotten auch upcyceln. T-Shirts können zum Beispiel ohne viel Aufwand in ein neues Top verwandelt werden. Man kann aber auch kreativ werden und selber aus alten Klamotten Taschen, Vorhänge, Kissen oder auch Einkaufsbeutel herstellen.

Durch das Upcycling von Kleidung muss weniger eingekauft werden und man kann den eigenen Textilabfall und die daraus folgende Umweltbelastung verringern. Für die Herstellung von neuer Kleidung werden nämlich Erdöl, Wasser, Pestizide und Färbemittel verwendet, die der Umwelt schaden. Der Anbau von Baumwolle erfordert zum Beispiel eine große Menge an Wasser.

Übrigens: Laut dem Umweltbundesamt werden in Deutschland jährlich 12 bis 15 Kilogramm Kleidung gekauft, was über dem weltweiten Durchschnitt von 8 Kilogramm liegt.5

Beim Upcycling kann man der Kreativität freien Lauf lassen. Oft lassen sich aus alten Textilien und Kleidungsstücken aus Second-Hand-Läden und einer Nähmaschine tolle neue Klamotten herstellen. Die eigenen Kreationen haben nicht nur den Vorteil, dass man sie an die eigene Figur anpassen kann, sondern auch einen eigenen Style entwerfen kann. Inspiration und Anleitungen zum Nähen eigener Kleidung kann man sich in zahlreichen online Tutorials, Blogs und Videos holen.

Natürlich kannst Du auch bei uns handgemachte, upgecycelte und fair produzierte Unikate shoppen. Vielleicht ist ja etwas für Dich dabei!

 

 

 

1 https://www.greenpeace.de/publikationen/i03971-20170718-greenpeace-flyer-mikrofaser.pdf

2 WWF: Das kann kein Meer mehr schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll

3 Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

4 https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_aus_textilien_faltblatt.pdf

5 Umweltbundesamt: Bio, Second Hand, Nutzungsdauer: Was bei nachhaltigem Umgang mit Kleidung wichtig ist